Hallelujah, es kann weg!

Ich liege im Meer von Klamotten und denke mir nur: “Oh mein Gott! Wie werde ich das alles bloß los?”. Im gestrigen Post haben wir gemerkt, dass wir schon recht viel Geld für dieses Meer an Kleidung ausgegeben haben. Also schmerzt es auf dreifacher Weise, wenn wir ein Kleidungsstück nicht mehr tragen wollen. Denn das Geld ist weg, wir haben ein schlechtes Gewissen, weil wir Ressourcen genutzt haben und zusätzlich haben wir mehr Müll produziert. Wenn wir länger darüber nachdenken, fällt was auf: Interessanterweise können wir weder sagen, wofür wir eigentlich genau bezahlt haben, was es für Ressourcen sind, die wir genutzt haben oder wie viel Müll wir tatsächlich produzieren. Geschweige denn, wo überhaupt dieser Teufelskreis anfängt oder aufhört. 

Einmal um die Welt

Die Produktion eines Kleidungsstücks ist von einer langen Lieferkette abhängig. Oftmals reist ein Kleidungsstück von einem Ende der Welt zum Anderen. Ein langärmliges weißes T-Shirt verursacht im Laufe seines “Lebens” einen Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 11 kg. Das ist das 50-fache seines Eigengewichts. Und das ist noch nicht alles. Für die Herstellung eines durchschnittlichen Baumwoll-Shirts sind 2.700 Liter Wasser nötig. Um allein ein kg Stoff aus Baumwolle zu erzeugen, benötigt man im Durchschnitt bereits 11.000 Liter Wasser.

© sustain

Money, money, money

Fast Fashion wird vor allem dafür kritisiert, dass diese Lieferkette nicht transparent genug ist. Je weniger klar ist, wie viel für jede Ressource und Dienstleistung gezahlt wird und wie die Bedingungen sind, desto eher treten Missstände auf. In der Abbildung unten ist zum Beispiel sehr gut zu erkennen, dass wenn wir ein T-Shirt kaufen, der kleinste Anteil an die Zahlung der ArbeiterInnen geht, um nur eine der schlechten sozialen Bedingungen der NäherInnen zu nennen. Glücklicherweise setzt sich hier Fashion Revolution für mehr Transparenz mit dem Fashion Revolution Transparency Index ein.

© Fairwear Foundation

Wenn ich groß bin, will ich einen Müllberg

Ich denke das hat noch niemand von uns gesagt, obwohl in Müll sehr viel Geld steckt. Aber dazu ein andermal was… Wusstet ihr eigentlich, dass Deutschland einer der größten Abfallverursacher in der EU ist? Ich denke mal, das ist ein Europameistertitel, auf den wir nicht so stolz sind. In 2013 (aktuellster Stand) haben wir unfassbare 617 kg Müll pro Kopf produziert. Das sind 136 kg über dem Durchschnitt der europäischen Länder laut Statistischem Bundesamt. Davon waren 53 kg Textilien.

© http://nachhaltig-sein.info/lebensweise/wegwerfgesellschaft-muellberg-muell-abfall-aufkommen-menge-deutschland-pro-kopf-verwertungsquote-bundeslaender-infografik-statistik

Was tun?!

Da wir jetzt nun alle ein bisschen schlauer sind und vielleicht der ein oder andere nachsichtiger mit Kleidung umgehen will, bleibt jetzt nur die Frage: “Wie können wir das Leben unserer Kleidungsstücke verlängern?”.

Zum einen ist die richtige Pflege sehr wichtig und kann die Lebensdauer eines Kleidungsstück erheblich verlängern.  Falls ihr aber das Kleidungsstück loswerden wollt, dann wäre eine Lösung mit Freunden und Familie Tausch-Parties zu organisieren oder die Sachen einfach so untereinander tauschen. Wie heißt es doch so schön: “One man’s trash is another man’s treasure.” Eine andere Möglichkeit ist es bei eurem lokalen Vintage-Laden, die Kleidung abzugeben oder sie auf Tauschbörsen zu verkaufen. So kann man garantieren, dass die Kleidungsstücke nicht wie bei den Spenden für die öffentlichen Kleidercontainer wieder um die Welt reisen, auf Altkleidermärkten in Entwicklungsländern landen und dort die lokale Textilwirtschaft zerstören.

Falls ihr aus dem Raum Köln kommen solltet, dann wird euch interessieren, dass die kleiderei in Köln auch gerne Spenden entgegen nimmt, die sie im Store ausstellen oder zu neuen Kleidungsstücken unter dem Label Trinkhallen Schickeria weiterverarbeiten.

Falls ihr noch mehr rund um das Thema Lebensdauer von Kleidungsstücken nachlesen wollt, habe ich hier tolles Material zum Nachlesen gefunden:

Greenpeace: Wegwerfware Kleidung – Repräsentative Greenpeace-Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode

BUND: Ressourcen schützen und respektvoll nutzen!

xo, MadVoyage

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